08 - Torqeedo Außenborder dort, wo es sinnvoll ist
Über die unschlagbaren Vorteile eines Elektro-Antriebs
Mit der Übernahme von Torqeedo durch Yamaha vor etwa einem Jahr haben wir quasi die Händlerschaft für die elektrischen Antriebe aus Deutschland mit übernommen. Wir freuen uns sehr, dass eine der weltgrößten Hersteller für hochwertige Außenborder nun auch im Elektro-Bereich tätig ist. Die enorme Power des japanischen Weltkonzerns Yamaha wird hier sicher in den kommenden Jahren für viel Innovation sorgen. Denn eines ist klar: Die Elektrifizierung des Wassersports und der Wasser-Wirtschaft ist ebenso unaufhaltsam, wie wir es auf den Straßen beobachten.

Welches Außenborder-Konzept passt zu Ihrem Dingy?
Dabei steht für uns als Profis allerdings auch fest, dass – wie jede technische Lösung – der Elektro-Antrieb ganz viele, ganz besondere Stärken hat, aber eben auch Einschränkungen oder Limits mit sich bringt. Es gibt nicht den perfekten Motor für alle, sondern immer passende Lösungen für bestimmte Anwendungen und Anwender. Wir wollen in diesem Artikel auf die Stärken und auch auf die Kompromisse eingehen, die ein Torqeedo Außenborder gegenüber den klassischen Verbrenner-Antrieben hat, damit Sie eine kluge Wahl treffen können.
Verbrenner vs. Elektro-Motor: Wo macht was Sinn?
Beginnen wir auch gleich mit dem Vergleich zum Verbrenner, denn wir nehmen an, dass Sie sich genau diese Frage stellen. Das Offensichtliche zuerst, der Preis. Die Torqeedo-Motoren der Cruise-Reihe beispielsweise bewegen sich in den Leistungsklassen zwischen 3 uns 12 kW. Das entspricht einer PS-Palette von 6 bis 20-25 PS. Eine genaue Umrechnung zwischen kW und PS gibt es nicht, als Faustregel kann man aber sagen, dass 1 Kilowatt beim E-Motor etwa 1.36 Pferdestärken. Vergleichen wir die Verkaufspreise der Torqeedo- und Yamaha-Motoren, dann sind die E-Maschinen zunächst in der Anschaffung spürbar teurer. Die Unterschiede sind enorm: Cruise Elektro-Antriebe kosten im Vergleich zu etwa gleich starken Yamaha Außenbordern zwischen 40% und bis zu eineinhalb mal mehr. Bei den kleineren Travel-Motoren liegt der Unterschied bei etwa 50%.

Torqeedo Travel oder Cruise?
Doch bedenken Sie bei den Kosten, dass ein Elektromotor in der Folge nach dem Kauf komplett wartungsfrei ist. Es entstehen weder Unterhaltskosten, noch benötigen Sie Verschleißteile oder Öle und – ein wichtiger Faktor – ein Elektromotor verbrennt kein Benzin. Bei den heutigen Spritpreisen von bis zu 2.30 € pro Liter Benzin ist das enorm. So kosten 10 Stunden Betrieb für Torqeedo (bei 0.30 € pro kWh) und Yamaha bei den aktuellen Energie- und Benzinpreisen jeweils 18 € und satte 89 € beim Verbrenner! Wer die Torqeedo-Batterien (zum Beispiel an Bord der Yacht) via Solar auflädt, sogar kostenlos! Die große Einkaufsdifferenz beim 10 PS-Motor ist dann nach etwa 140 bis 150 Betriebsstunden schon wieder „reingefahren“. Die tragbaren Batterien eines Travel-Motors können Sie mit nach Hause nehmen und aufladen. Ganz easy.

Kraftvoll, ausdauernd & kompakt
Rein rechnerisch geht es also finanziell für Vielnutzer relativ schnell auf. Hinzu kommen die anderen Vorteile eines Torqeedo: Er fährt absolut geräuscharm, kein Knattern mehr und vor allem, kein Stinken! Das gilt sowohl für die Abgase wie auch – noch wichtiger! – für die Lagerung an Bord. Viele Yachten, die Benzin-Außenborder (und dann natürlich Benzinkanister) an Bord haben, stinken regelrecht mindestens in den Lagerräumen nach Sprit. In manchen Yachten ist der Benzin-Gestank auch in die Wohnbereich diffundiert. Abgesehen davon: Keine Sauereien beim Betanken mehr, nie wieder Zündkerzen wechseln, nie wieder auf die aufrechte Lagerung achten … ein Torqeedo ist die sauberste, angenehmste Lösung eines Außenbord-Motors für Ihr Boot. Gleiches gilt für den Betrieb, denn der ist kinderleicht …
Torqeedo Travel & Cruise: Perfekte Antriebe für viele Kleinboot-Anwendungen
Damit sind wir auch schon bei der Bedienung der Motoren. Um es einfach zu sagen: Ein Torqeedo Travel ist kinderleicht zu bedienen. Das Antriebs-Modul wird mit der Steuerpinne, die auch die Steuer-Elektronik enthält, verbunden (über ein simples Klick-System), der Akku wird von der Ladung (via 230 V) abgenommen und in den Motor geklickt – Steuerungs-Chip magnetisch verbunden und los geht es! Übrigens ist dieses „Baukasten-System“ perfekt, um den Motor in 3 leichte Teile zerlegt sehr platzsparend zu verstauen, und das in den praktischen, dick gepolsterten Transport- und Lagertaschen. Die Nutzung und der Betrieb ist wirklich schon für Achtjährige kein Problem. Es ist nichts einfacher, als einen Torqeedo zu bedienen. Das Beste daran: Die digitalen Anzeigen sowohl auf dem Motor selbst wie auch auf der Torqeedo App! Da beim Cruise die Batterie innen eingebaut ist, ist die Steuerung noch leichter und einfacher zu bedienen.

Einfachster Aufbau
Denn da der E-Motor per se digital ist, sind die Fahr-Informationen besonders detailliert. Ein Torqeedo zeigt Ihnen jederzeit die verbleibende Fahrtzeit in Minuten (bei gleichbleibender Leistungsentnahme) oder die aktuelle Reichweite an. Und zwar auf die Minute genau! Wo Sie beim Benziner mehr oder weniger mitkoppeln, grob schätzen oder gar komplett raten müssen, teilt sich der Torqeedo komplett transparent mit. Übrigens: Die App kann den Motor zudem auch Tracken (wenn beispielsweise Ihre Kinder unterwegs sind) und funktioniert daher auch als digitale Diebstahl-Sicherung. Zurück zur Technik. Da das Beiboot oft nur für Kurzstrecken eingesetzt wird, ist das bekannte Reichweitenproblem von E-Motoren (bzw. ihren Batterien) in der Praxis aus unserer Sicht eigentlich gar kein Problem.

Was schafft der Akku?
Apropos Reichweite: Wie groß ist die denn nun? Viele Yacht-Magazine haben diese in verschiedenen Tests aufwändig ermittelt. Wie beim Verbrenner auch, muss man den sparsamen Verbrauch bei ökonomischer Fahrtstufe und den (natürlich ungleich höheren Verbrauch) bei „Vollgas“ unterscheiden. Für die Cruise-Motoren ergeben sich im Mittel (abhängig von Beladung, Welle, Gegenwind, Typ & Form des Beibootes) etwa folgende Werte: Der kleine Cruise 3.0 kommt zwischen 20-25 Seemeilen weit, bei sparsamer Fahrt und etwa 7-9 sm bei Vollgas. Der mittelgroße Cruise 6.0 schafft bei sparsamer Leistung 27 bis knapp 30 sm, mit full Power immerhin 11-12 sm. Und der große Cruise 12 kommt auf 30 (sparsam) bis ca. 14 sm mit Vollgas. Wir finden, für den normalen Beiboot-Betrieb reichen diese Reichweiten locker aus! Was meinen Sie?
Quality designed in Germany: Marktführer Torqeedo
Torqeedo ist eine deutsche Firma, die 2005 gegründet wurde. Übrigens, einer der Gründerväter des damaligen Start-ups war der Erfinder des Gardena Gartenschlauch-Systems, kleine Info am Rande. Schon bald heimsen die praktischen, flinken und schicken Motoren Innovations- und Designpreise ein. Torqeedo beginnt sich auf dem Markt der Außenborder zu etablieren. 2014 baut man dann die ersten großen Schiffsantriebe mit dem „Deep Blue“-System, das heute Standard-Antrieb auf vielen Elektro-Segelbooten ist, 2017 übernimmt die Deutz AG den Hersteller. Vor sechs Jahren, also 2020, ist dann der 100.000ste E-Motor verkauft. Man kann sagen, dass Torqeedo zur führenden Marke in diesem Bereich aufgestiegen ist.

Verstauen? Kein Problem!
Doch es zeigen sich auch Probleme. Bis zur Übernahme durch Torqeedo kritisieren nicht wenige Nutzer den schlechten After-Sales- und Kundenservice des Unternehmens. Das lässt sich nicht beschönigen: So innovativ und zukunftsweisend die Marke im Bereich der Produktentwicklung agiert, so sehr hat man den Aufbau eines Service-Netzwerkes (oder überhaupt eines Services) vernachlässigt. Und hier kommt nun Yamaha ins Spiel: Denn als das Unternehmen 2024 die Marke komplett übernimmt, kann man das riesige Partner-Netzwerk, bestehend aus Yamaha-Händlern und Vertragswerkstätten, um diese Produkte erweitern. So ist auch JANSSEN MARITIMES an den Vertrag gekommen. Unsere Mitarbeiter sind regelmäßig in Schulungen, sowohl in Präsenz wie auch online, damit nun auch Torqeedo-Nutzer nun den Top-Service von Yamaha in Anspruch nehmen können. Und: Es funktioniert!

Kompakte Packmaße, wenig Volumenverbrauch
Sie können sich als Torqeedo-Käufer also darauf verlassen, dass wir eventuelle After Sales-Anfragen mit der gleichen Geschwindigkeit und Effizienz bearbeiten, wie wir sie auch den Yamaha-Nutzern bereit stellen. Die Ersatzteil-Lage hat sich massiv verbessert: Dann und wann fahren Nutzer zum Beispiel über Steine: Ein neuer Propeller? Eine neue Finne? Oder eine neue Steuereinheit? Kein Problem! Neben einem gut bestückten Lager hier bei uns in Bremerhaven funktioniert der Versand ebenso schnell wie reibungslos. Deutsche Qualität meets japanische Präzision – eine unschlagbare Kombo, finden wir.
Die Vorteile der elektrischen Antriebe von Torqeedo
Für wen sind nun die Travel- oder Cruise-Außenborder etwas? Wir würden sagen, für alle Kleinboot-Anwendungen, bei denen große Reichweiten keine Rolle spielen. Das sind also Urlaubs-Dinghies, vor allem unterwegs an Segel- oder Motoryachten, Hobby-Boote mit stationärer Anwendung (eigener Steg) oder unterwegs vom Trailer oder auch kommerzielle Betreiber, wie Baufirmen oder zu Transportzwecken, bei denen eher kurze Strecken benötigt werden. Ein Cruise ist genauso kraftvoll wie ein Verbrenner! Die Mär vom „schwachen“ E-Motor ist schon längst widerlegt: Sie können also durchaus Einiges an Zuladung oder entsprechende Passagiere transportieren! Wir empfehlen zudem, beim Travel immer ein Zweit-Akku mit an Bord zu haben (das natürlich aufgeladen sein sollte). Das bringt doppelte Sicherheit: Denn zum Einen verdoppelt sich damit automatisch die Reichweite, zum Anderen sind Anwender, die in weit entfernten Seegebieten oder abgelegenen Regionen unterwegs sind, vor eventuellen Ausfällen abgesichert.

Auf die Dingy-Motor-Kombi kommt es an
Denn eines ist klar: Als rein elektrisch betriebenes Ausrüstungsteil und vollgestopft mit Elektronik kann selbst der kleinste Tropfen (Kondens-)Wasser zu Kurzschlüssen oder Fehlermeldungen führen. Ein Zweitakku ist daher eine gute Idee. Das bringt uns zum großen Nachteil: Das Wasser. Wer beispielsweise mit einer GARCIA Explorer-Yacht in den rauen und entfernten arktischen Gefilden unterwegs ist, wo Temperaturen von weit unter 0 Grad Celsius herrschen und es ständig nasskalt ist, dem würden wir eher zum Verbrenner raten. Wenn es „härter“ wird, ist der Verbrenner einfach witterungs-unanfälliger, kann auch bei sehr tiefen (oder extrem hohen) Temperaturen ohne Probleme betrieben werden und eine Zündkerze oder einen Benzinfilter gibt es ganz sicher auch in Ushuaia auf Feuerland – eine digital Torqeedo-Steuereinheit … eher nicht. Das wäre aber auch die einzige Einschränkung aus unserer Sicht: Für den „normalen“ Beiboot- und Kleinboot-Einsatz oder als Urlaubs-Außenborder ist Torqeedo hingegen … perfekt!
Welcher Außenborder passt zu Ihnen? Lassen Sie sich bei uns beraten!
Wir finden, dass die Vorteile eindeutig überwiegen. Torqeedo-Motoren sind von einer hochwertigen, „schweren“ Qualität. Nichts klappert oder wackelt. Die Frage, welcher nun der passende ist, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten. Denn die Wahl des richtigen Außenbord-Motors richtet sich immer nach Ihrem individuellen Anwendungs-Fall. Weitere Faktoren, wie Ort der Anwendung, das Beiboot selbst, Zuladung und auch die Lade- oder Tank-Infrastruktur sollten bedacht werden. Am besten ist, Sie lassen sich von Fachleuten beraten: Denn auch für die Dingy-Motor-Kombination sind hier schnell hohe Beträge im Spiel, bei denen mal Fehlentscheidungen vermeiden sollte.
Wir möchten Sie einladen, unsere Jahrzehnte lange Kompetenz als Yamaha- und Suzuki-Experten zu nutzen. Wir haben hunderte Außenborder und Kleinboote verkauft, haben viele Dutzend in permanenter Betreuung – und das sowohl bei privaten Anwendern wie bei kommerziellen und behördlichen Kunden. Lassen Sie sich im Ladengeschäft in Bremerhaven beraten, schauen Sie sich hier vor Ort die Alternativen an und denken Sie den Außenborder als Gesamt-Projekt, als Kombi aus Boot und Motor. JANSSEN MARITIMES stattet Sie mit den passenden Produkten aus! Oder Sie rufen uns für eine unverbindliche Beratung einfach an. Elektro-Motor oder Verbrenner? Wir finden es gemeinsam heraus.